Internationale Filmfestspiele Berlin 2011
Die 61. Berlinale
Bild-Quelle:"digitaleleinwand.de"
Wann: 10. bis zum 20. Februar 2011
Eröffnungsfilm: True Grit (außer Konkurrenz)
Jury-Präsidentin: Isabella Rossellini
Offizielle Seite: Berlinale.de
Weitere Infos:wiki
Internationale Jury:
Sandy Powell,
Guy Maddin,
Aamir Khan,
Nina Hoss,
Jan Chapman
Jafar Panahi – iranischer Regisseur (Großer Preis der Jury der Berlinale 2006); obwohl er zwischenzeitlich im Iran zu einer mehrjährigen Haftstrafe und Berufsverbot verurteilt wurde, hält die Berlinale aus Unterstützung am Jury-Platz fest.
Die Finanzierung des Festivals liegt 2011 bei 19,5 Mio. Euro. 6,5 Mio. Euro davon stammen aus Bundesmitteln. Das Verkaufskontigent an Kinokarten beträgt 300.000 Stück, während 20.000 Akkreditierungen an Fachbesucher ausgegeben werden.
Filme:
Am 15. Dezember 2010 wurden die ersten Wettbewerbsfilme bekanntgegeben. Komplettiert wurde das Programm am 18. Januar 2011.Insgesamt sind 16 Filmproduktionen aus 20 Ländern vertreten, vier weniger als im Vorjahr. Bis auf Asghar Farhadi (Regiepreis 2009 für Alles über Elly), Joshua Marston (Alfred-Bauer-Preis 2004 für Maria voll der Gnade), Rodrigo Moreno (Alfred-Bauer-Preis 2006 für Der Leibwächter) und Jonathan Sagall (Wettbewerbsteilnahme 1999) konkurrieren die zwölf übrigen Filmemacher zum ersten Mal um den Goldenen Bären. Mit ihrem Langfilmdebüt sind J. C. Chandor, Ralph Fiennes, Paula Markovitch und Victoria Mahoney vertreten.
Bizim Büyük Çaresizliğimiz
Les contes de la nuit
Coriolanus (Regie: Ralph Fiennes Darsteller: Gerard Butler & Ralph Fiennes)
The Future
Jodaeiye Nader az Simin
Lipstikka
Margin Call (Darsteller: Kevin Spacey, Demi Moore, Zachary Quinto)
Un Mundo Misterioso (Rätselhafte Welt)
El premio (The Prize)
Saranghanda, Saranghaji Anneunda (Kommt Regen, kommt Sonnenschein)
Schlafkrankheit
A Torinói Ló (The Turin Horse)
V Subbotu (An einem Samstag)
Wer wenn nicht wir
Yelling To The Sky
Außer Konkurrenz aufgeführt:
Almanya – Willkommen in Deutschland
Les femmes du 6ème étage
Mein bester Feind
Pina (Regie: Wim Wenders)
Unknown (Darsteller: Liam Neeson, Diane Kruger)
True Grit
Uwe Boll will Berlinale-Chef verklagen
Uwe Boll ist wütend: Weil sein neuester Film "Auschwitz" nicht im Festival-Programm der Berlinale gezeigt wird, möchte er nun deren Chef Dieter Kosslick verklagen.
Was hat der Mann nicht schon versucht, um nicht mehr als Deutschlands schlechtester Regisseur wahrgenommen zu werden: In "Siegburg" wird auf Basis einer realen Geschichte das Martyrium eines Gefängnisinsassen nacherzählt, der von Zellengenossen zu Tode gequält wird. "Darfur" stellt den Völkermord im Sudan in den Vordergrund, zuletzt sollte das Sportlerdrama "Max Schmeling - Eine deutsche Legende" mit Henry Maske in der Titelrolle einen Blick auf das Leben des berühmten Boxers werfen. Doch es hilft alles nichts, Uwe Boll wird seinen fragwürdigen Ruf einfach nicht los.
Also hat Boll mit "Auschwitz" erneut einen Versuch gestartet, sich bei den Kritikern zu profilieren. Bei den Berlinale-Verantwortlichen ist er dabei jedoch auf taube Ohren gestoßen, weshalb er nun die Brechstange rausholt. Wie Spiegel Online berichtet, plant Boll, den Festivalleiter Dieter Kosslick zu verklagen, da "Auschwitz" nicht in das offizielle Programm aufgenommen wurde. Aus einer ebenfalls zitierten Pressemitteilung Bolls lässt sich entnehmen, dass der Regisseur bemängelt, dass in Deutschland nur Geschichten über Helden wie Stauffenberg oder die Geschwister Scholl Chancen auf Ehrungen hätten. Demgegenüber werde ein Film wie "Auschwitz", der den Holocaust als Menschenvernichtungsmaschine zeigt, konsequent von der Öffentlichkeit übergangen. Die Diskussion über den Sinn und Wert des Filmes wird mit der Ankündigung der Klage sicher nicht abklingen - ein Schelm, wer dabei Böses denkt.
Uwe Boll zeigt den Film übrigens zeitgleich zur Berlinale in Berlin in einer öffentlichen Vorstellung. In dem bereits veröffentlichten Trailer könnt Ihr Euch selbst ein Bild von dem neuen Film von Uwe Boll machen.
Quelle: filmstarts.de
Iranischer Film erhält Goldenen Bären
Die Berlinale-Jury hat ihre Wahl getroffen: Zum ersten Mal geht der Filmpreis Goldener Bär an einen Beitrag aus Iran, an das Familiendrama "Nader und Simin, Eine Trennung". Zwei Auszeichnungen holten deutsche Regisseure.
Berlin - Erstmals in der Geschichte der Berlinale geht der Goldene Bär in den Iran. Das Familiendrama "Nader und Simin, Eine Trennung" von Asghar Farhadi erhielt am Samstagabend neben dem Hauptpreis der 61. Filmfestspiele außerdem drei weitere Auszeichnungen: Mit Silbernen Bären für die beste Darstellerleistung wurde sowohl das Schauspielerinnen-Ensemble als auch das Team der männlichen Darsteller geehrt. Auch der Preis der Ökumenischen Jury ging an den iranischen Film. "Nader und Simin, Eine Trennung" war der Favorit des Berlinale-Publikums. "Wir haben ziemlich einstimmig ausgewählt", sagte Jurypräsidentin Isabella Rossellini.
Zwei Auszeichnungen holten deutsche Regisseure: Den Silbernen Bären für die beste Regie nahm Ulrich Köhler für seinen Entwicklungshelfer-Film "Schlafkrankheit" entgegen. Den Alfred-Bauer- Preis erhielt Andres Veiel für sein RAF-Drama "Wer wenn nicht wir". Veiel sagte: "Es ist ein berührender, großartiger Augenblick." Der Ungar Béla Tarr wurde mit dem Großen Preis der Jury für sein in schwarz-weiß gedrehtes Epos "The Turin Horse" geehrt.
Mit dem Preis für den iranischen Film setzte die internationale Jury unter Vorsitz der italienischen Schauspielerin Rossellini ein deutliches politisches Zeichen. Filmemacher im Iran haben es derzeit im Kampf mit der Zensur schwer wie nie zuvor. Die Jury-Entscheidung in Berlin fiel auf den selben Tag, an dem die zwei seit Monaten im Iran inhaftierten deutschen Reporter frei kamen.
Preisvergabe mit Signalwirkung
Nachdem Farhadis regimekritischer Landsmann Jafar Panahi wegen einer Gefängnisstrafe seinen Platz in der Berlinale-Jury nicht einnehmen konnte, zog der iranischen Wettbewerbsbeitrag von Anfang an große Aufmerksamkeit auf sich. Auch vor dem Hintergrund der neuerlichen Proteste gegen das Regime in Teheran, kommt dem Preis für einen iranischen Filmemacher besondere Signalwirkung zu.
"Ich möchte erinnern an Jafar Panahi, von dem ich wirklich denke, dass sein Problem gelöst wird und ich wünsche mir, dass er im nächsten Jahr hier steht", sagte Farhadi in seiner Dankesrede. "Es ist wirklich eine sehr gute Gelegenheit, um an die Menschen in meinem Land zu denken. Das Land, in dem ich groß geworden bin, in dem ich meine Geschichten gelernt habe. Es ist ein großes Volk, ein sehr geduldiges Volk", so der 38-jährige Regisseur.
Farhadi erzählt in "Nader und Simin, Eine Trennung" von einem Mittelstands-Ehepaar. Als Simin die Scheidung einreicht, stellt ihr Mann Nader eine aus einer armen, religiösen Familie stammende Pflegehelferin für den an Alzheimer erkrankten Großvater ein. Als Nader erfährt, dass sein Vater von der Helferin vernachlässigt wird, kommt es zum Eklat. Schließlich steht Nader unter Mordverdacht vor Gericht. Farhadi hatte 2009 bereits für "Alles über Elly" einen Silbernen Bären für die beste Regie erhalten.
Den Preis für das beste Drehbuch erhielten US-Regisseur Joshua Marston und der gebürtige Albaner Andamion Murataj für "The Forgiveness Of Blood". Der Film erzählt von albanischen Jugendlichen, die unter dem bis heute gültigen Gesetz der Blutrache leiden.
Einen Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung gab es zu gleichen Teilen für Kamera (Wojciech Staron) und Produktionsdesign (Bárbara Enríquez) von "El Premio" (Der Preis). Die Regisseurin Paula Markovitch erzählt darin die autobiografisch inspirierte Geschichte einer Kindheit zu Beginn der Militärdiktatur in Argentinien.
16 Filme aus aller Welt waren im Rennen um die Berlinale-Trophäen. Der siebenköpfigen Berlinale-Jury gehörten auch die deutsche Schauspielerin Nina Hoss, Bollywood-Star Aamir Khan und der kanadische Regisseur Guy Maddin an.
Quelle: Spiegel.de