Bruce Willis: Ein Mann, der redet wie ein Wasserfall
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Bruce Willis nervt es zwar mittlerweile, Polizisten zu spielen. Aber für "Cop Out" machte der Hollywood-Superstar eine Ausnahme. Weil Lachen
gesund ist und glücklich macht.
Es gibt zahlreiche Buddy-Movies, also Filme mit Kumpeln als Hauptcharaktere, und viele Polizistenthriller, die alle nach dem gleichen Schema ablaufen. Was hat Sie speziell an Ihrem neuen Streifen "Cop Out" interessiert, in dem Sie und Tracy Morgan ein peinliches Bullen-Duo abgeben?
BRUCE WILLIS: Für mich hat es sich nie so angefühlt, als würden wir einen Polizisten-Buddy-Action-Thriller oder so etwas in der Art machen. Ich habe nie über das Genre nachgedacht. Es hat einfach nur Spaß gemacht. Und es war schließlich unser Job, das Publikum zum Lachen zu bringen.
Dieser Film ist wie eine Vitrine voller Humor ...
WILLIS: Natürlich kann man nicht die Vorlieben aller Zuschauer in einen 90-minütigen Film hineinpacken. Tatsächlich aber kenne ich fünf oder sechs Personen, die genau diesen Humor haben. Ich gehöre dazu! Der Film wird hoffentlich auch jene ansprechen, die mit Komödien nicht viel am Hut haben.
Im Film ergibt sich der Humor auch aus der Eifersucht. Sind Sie selbst eifersüchtig?
WILLIS: Ich denke, ich habe das Thema Eifersucht für mich abgeschlossen. Okay, ich bin ich eifersüchtig auf den neuen Mann an der Seite meiner Ex-Frau Demi Moore.
Sind Leute überrascht, dass Sie auch lustig sein können?
WILLIS: Die meisten Menschen haben nur ein Kurzzeitgedächtnis. Sie vergessen, dass ich fünf Jahre lang fürs Fernsehen gearbeitet habe. Da war es mein Job, lustig zu sein. Ich war sogar in "The Sixth Sense" und "Stirb langsam" lustig, aber das wird gerne vergessen. Jeder lacht gerne. Oft rede ich bewusst dummes, blödes Zeug, nur um andere zum Lachen zu bringen. Oder ich nehme zum Beispiel Wasser in den Mund und versuche gleichzeitig zu reden.
Wirklich?
WILLIS: Wollen Sie es sehen?
(Er steht auf, trinkt einen Schluck und brabbelt. Das Wasser spritzt ihm nur so aus dem Mund . . .)
Sehr gut, ein Mann, der redet wie ein Wasserfall: Aber ist nicht manchmal das Unterwartete lustiger als vorbereitete Witze?
WILLIS: Das ist während der Dreharbeiten tatsächlich einige Male geschehen. Etwa bei Seann William Scott. Der Spitzbube aus "American Pie" taucht als frecher Einbrecher auf. Seine Figur war von den Cullen-Brüdern wirklich sehr gut geschrieben. Sie sind lustige, gemütliche Typen, mit dem richtigen Gespür für Situationskomik. Es war also nicht notwendig, etwas hinzuzufügen. Aber Seann hat seine Zeilen genommen und etwas Eigenständiges daraus gemacht. Er hat es einfach riskiert. Das war großartig.
Sie haben kürzlich erst gesagt, dass Sie sich derzeit in der glücklichsten Phase Ihres Lebens befinden. Ein Resultat Ihres Alters?
WILLIS: Nein. Es ist ganz einfach so, dass ich mich noch nie glücklicher gefühlt habe wie jetzt. Nicht mehr und nicht weniger. Aber
einen schönen Grund gibt es natürlich: Ich habe letztes Jahr in der Karibik wieder geheiratet. Meine Frau Emma ist einfach nur wunderbar. Das macht mich jede Sekunde glücklich.
Ihre drei Töchter, die Sie mit Demi Moore haben, kommen schön langsam ins heiratsfähige Alter - die Älteste, Rumer, ist schon 21. Erschreckt Sie das?
WILLIS: Ich und sie haben noch ein bisschen Zeit. Aber wenn es passiert, passiert's. Das ist der Lauf der Zeit. Aber ich vertraue ihnen. Sie wissen schon, was sie tun.
Legen Sie sich eigentlich einen Notgroschen zur Seite? Eine ordentliche Hochzeit in Hollywood kostet ja heutzutage so satte 45.000 Dollar, sagt man.
WILLIS: Ich bin ein gebrochener Mann
(lacht). Vielleicht lass ich den Hut herumgehen. Nein, das Gute ist, dass die Mütter für Hochzeiten zahlen.
Wie waren die Dreharbeiten zu "The Expendables" mit Sylvester Stallone? Der Actionstreifen, ab Herbst in unseren Kinos, ist ja mit Sly selbst, mit Ihnen, Arnold Schwarzenegger, Jason Statham, Mickey Rourke, Dolph Lundgren & Co nicht so ganz übel besetzt.
WILLIS: Ich musste Geheimhaltung schwören. Aber Sly ist sehr glücklich mit dem Film. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber gehört, dass er sehr gut sein soll.
Was macht Ihre Musikkarriere?
WILLIS: Davon habe ich mich zurückgezogen. Ich war zu beschäftigt damit, glücklich zu sein.
Sie können nicht glücklich sein und gleichzeitig Musik machen?
WILLIS: Ich spiele nicht mehr so viel wie früher. Ab und zu besuche ich die Allman Brothers Band, aber das war's auch schon. INTERVIEW: JULIA MANFREDI
Quelle:kleinezeitung.at