Justiz ermittelt in Prostitutionsaffäre gegen Berlusconi
Justiz ermittelt in Prostitutionsaffäre gegen Berlusconi
Bild-Quelle:"kurzreporter.de"
Die junge Frau namens "Ruby" könnte Silvio Berlusconi nun doch zum Verhängnis werden. Gegen Italiens Regierungschef wird jetzt auch wegen Amtsmissbrauchs in dem Prostitutionsfall ermittelt. Er soll die damals 17-Jährige persönlich vor einer Gefängnisstrafe bewahrt haben.
Mailand - Er soll zwar keinen Sex mit dem Mädchen gehabt haben, das sich Ruby Rubacuori nennt. Aber Mailänder Staatsanwälte ermitteln in einem Prostitutionsfall um das Escortgirl dennoch gegen Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi - wegen Amtsmissbrauchs. Denn der Regierungschef soll sich im vergangenen Herbst persönlich darum gekümmert haben, dass die damals 17-Jährige nicht ins Gefängnis muss. Die Staatsanwälte bestätigten am Freitag einen Bericht auf der Website der Zeitung "Corriere della Sera". Gegen Freunde des 74-Jährigen wird in dem Fall wegen Beihilfe zur Prostitution ermittelt. In Mailand gab es laut den Berichten Durchsuchungen bei einer Regionalberaterin, die zusammen mit Berlusconi und dessen Freunden Lele Mora und Emilio Fede in den Fall verwickelt sein soll. Die heute 18-jährige Marokkanerin war wegen Diebstahls festgenommen worden. Berlusconis Büro war für eine Stellungnahme zu dem Fall am Freitag zunächst nicht erreichbar. Angeblich soll Berlusconi, dem eine Vorliebe für Minderjährige nachgesagt wird, bei seinem direkten Bemühen um ihre Freilassung gesagt haben, es handele sich bei dem Mädchen um eine Nichte des ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak.
Keine Lust auf Neuwahlen
Wie es hieß, war sie mit anderen jungen Frauen zu Partys in Berlusconis Villa geladen. Am Donnerstag hatte das italienische Verfassungsgericht das umstrittene Immunitätsgesetz aufgehoben.Es verhinderte bislang, dass Berlusconi wegen Korruption und Betrugs vor Gericht gestellt werden kann. Das Gericht hatte geurteilt, dass das Gesetz zum Schutz von Regierungsmitgliedern vor Strafverfolgung in wichtigen Punkten nicht mit der Verfassung vereinbar sei. Berlusconi hatte trotz des Urteils vorgezogene Wahlen ausgeschlossen. "Die gestrige Entscheidung des Verfassungsgerichts hat absolut keinen Einfluss, die Regierung wird weitermachen. Das Letzte, was Italien jetzt braucht, sind Neuwahlen", sagte Berlusconi dem Fernsehsender Canale 5.
als/dpa/Reuters
Quelle: Spiegel.de