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Buda

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Friday, January 14th 2011, 1:20pm

Attentat in Arizona: Anschlagsopfer Giffords ist ansprechbar

Anschlagsopfer Giffords ist ansprechbar


Bild-Quelle:"antifascistencyclopedia.com"


Es ist ein Zeichen der Hoffnung: Die US-Politikerin Gabrielle Giffords ist nach Angabe der Ärzte zeitweise aus dem Koma erwacht und war ansprechbar. Bei einem Attentat in Arizona hatte sie am Samstag einen Kopfdurchschuss erlitten.


Washington - Einen Tag nach dem Mordanschlag auf die US-Politikerin Gabrielle Giffords haben sich die behandelnden Ärzte "vorsichtig optimistisch" über ihren Gesundheitszustand geäußert. Die Politikerin sei ansprechbar gewesen und befinde sich nun in einem künstlichen Koma, sagten die Ärzte Michael Lemole und Peter Rhee vom Traumazentrum des Universitätsklinikums in Tucson (Arizona) am Sonntag. Die 40-jährige Kongressabgeordnete sei in der Lage, "einfache Kommandos" zu befolgen. Das zeigt nach Einschätzung der Mediziner "ein hohes Maß an Gehirnfunktion".

Giffords, die einen glatten Kopfdurchschuss erlitten hatte, werde künstlich beatmet und könne nicht sprechen. Die Kugel habe die linke Hirnhälfte durchschlagen. Wie weiter mitgeteilt wurde, ist Giffords das einzige von zehn in das Klinikum gebrachten Schussopfern, dessen Zustand noch als kritisch gilt.

Schüsse aus nächster Nähe

Der 22-jährige Täter hatte Giffords am Samstag aus nächster Nähe mit einer halbautomatischen Pistole gezielt in den Kopf geschossen. Bei der Schießerei in einem Einkaufszentrum im Bundesstaat Arizona waren insgesamt sechs Menschen ums Leben gekommen - darunter ein neunjähriges Mädchen und ein hochrangiger Bundesrichter. Insgesamt 14 Menschen wurden nach offiziellen Angaben vom Sonntag teils schwer verletzt. Die Abgeordnete stand seit längerem im Fadenkreuz der Tea-Party-Bewegung.

Der Anschlag galt laut Polizei eindeutig Gabrielle Giffords. Die 40-Jährige hatte das Gesundheitsreformgesetz von Präsident
Barack Obama vehement unterstützt und war zur Zielscheibe radikalkonservativer Gegner geworden. Vor einiger Zeit waren bereits die Fensterscheiben ihres Büros in Arizona zerschmettert worden.

Der zuständige Bezirkssheriff Clarence Dupnik machte das angeheizte politische Klima im Land und insbesondere in Arizona, dem Ziel vieler illegaler Zuwanderer aus Mexiko, für die Bluttat mitverantwortlich. Auch US-Medien warfen die Frage auf, ob und in welchem Maße die hitzige Ausländerdebatte in dem Staat und die zunehmend vergiftete Atmosphäre insgesamt zum Blutbad beitrugen.


Jared Lee L. schweigt

Der als Jared Lee L. identifizierte Schütze sitzt in Untersuchungshaft. Zwei Passanten hatten ihn nach den Schüssen überwältigt und damit ein noch schlimmeres Blutvergießen verhindert. Den Behörden zufolge verweigert der Täter jede Aussage, seine Motive sind
unklar. Bizarre Erklärungen und Videos des Schützen im Internet deuten jedoch auf einen wirren politischen Hintergrund hin.

Die Polizei hält es für möglich, dass der 22-Jährige nicht allein gehandelt hat. Sie sucht nach einem Mann, der am Tatort in der Nähe des Schützen gesehen worden war. Es soll sich möglicherweise um einen Komplizen handeln.

Präsident Obama äußerte sich erschüttert und sprach von einer "unsagbaren Tragödie". Gewalt dürfe keinen Platz in der Politik haben. Ähnlich äußerten sich auch der republikanische Präsident des Abgeordnetenhauses, John Boehner. Sheriff Dupnik legte die Finger in die
Wunde: Eine aufgeheizte Stimmung wie die in Arizona könne psychisch labile Menschen beeinflussen. "Wir sind zu einem Mekka des Hasses und der Vorurteile geworden", sagte er. Das Abgeordnetenhaus in Washington sagte alle Sitzungen in der nächsten Woche ab.


Schüsse beim Gespräch mit Wählern

Das Verbrechen ereignete sich am Samstagvormittag, als Giffords einige Wähler vor einem Supermarkt traf. Es kam zu chaotischen Szenen. Augenzeugen sprachen von einer "Hölle". Es seien zwischen 15 und 20 Schüsse abgefeuert worden.

Das neunjährige getötete Mädchen war mit Nachbarn zum Treffen mit Giffords gekommen: Obwohl noch so jung, hatte es sich für Politik interessiert. Richter John Roll hielt sich zufällig am Tatort auf. Unter den Toten ist auch ein Wahlkreismitarbeiter der Abgeordneten.

Medienberichten zufolge wetterte der mutmaßliche Täter L. im Internet gegen die Regierung. In sozialen Netzwerken warf er der Politik "Gehirnwäsche" vor, beklagte sich über eine hohe Zahl von Analphabeten und forderte eine neue US-Währung. Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels zählte er ebenso zu seiner Lieblingslektüre wie Hitlers "Mein Kampf". Er habe eine kriminelle Vergangenheit, sagte Dupnik, ohne zunächst Einzelheiten zu nennen. Fest steht jedoch, dass die Polizei allein im vergangenen Jahr sechs Mal wegen Unruhestiftung durch L. auf den Campus des Community College gerufen wurde, das der junge Mann besuchte.

Giffords ist seit 2007 Kongressabgeordnete. Sie gilt als moderate, aber kämpferische Demokratin, die nicht immer auf Parteilinie liegt.


suc/dpa

Bericht vom 09.01.2011

Mehr Informationen auf Spiegel.de

Quelle: Spiegel.de





Buda

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Saturday, January 22nd 2011, 1:35pm

Erster Schritt zurück in ihr Leben

Keine zwei Wochen nach dem Kopfschuss konnte die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords erstmals wieder stehen - wenn auch mit Hilfe. Bald schon soll ihre Reha beginnen. Von Niels Kruse

Die spricht noch nicht, und auch das Öffnen der Augen bereitet ihr Schwierigkeiten. Aber den ersten Schritt zurück ins Leben hat sie bereits getan: Erstmals konnte Gabrielle Giffords wieder auf ihren eigenen Beinen stehen - wenn zunächst auch nur mit Hilfe des medizinischen Personals. Keine zwei Wochen sind vergangen, als der 22-Jährige Lee Jared Loughner der US-Kongressabgeordneten in Tucson, Arizona, aus unmittelbarer Nähe in den Kopf geschossen hatte. Die Kugel durchschlug die linke Seite ihres Schädels, Giffords überlebte schwer verletzt.

Bereits einige Tage nach dem Attentat konnte die Demokratin wieder eigenständig atmen. Diese Nachricht glich einem kleinen Wunder, denn 90 Prozent aller Kopfschüsse enden tödlich. Und nun das: Die behandelnden Ärzte in der Uniklinik von Tucson wollen die Patientin bald in die Reha entlassen. "Sie wird intensiv von einem Team betreut, in dem auch Militärärzte mitarbeiten, die auf Schusswunden spezialisiert sind", heißt es in einer E-Mail, die von der FamilieGiffords verschickt wurde. Wenn ihr Zustand stabil bleibe, könnte sie schon am Freitag die Klinik verlassen.


Lächeln ja, Nackenkraulen eher nicht
Der Ehemann der Politikerin, der Astronaut Mark Kelly, sagte, dass ihn seine Frau schon wieder angelächelt habe. "Manchmal glauben Angehörige zwar nur das zu sehen, was sie sehen wollen, aber wenn Herr Kelly das sagt - glauben sie ihm einfach", sagte der Arzt Randall Friese dem US-Sender CBS. Dass die Schwerverletzte ihrem Mann den Nacken gekrault haben soll, wie unlängst berichtet wurde, können sich die Mediziner dagegen kaum vorstellen. "Dazu müsste der Genesungsprozess weiter vorangeschritten sein", so Michael Lemole, der Chef der Neurochirurgie.

Der Bundeswehr-Arzt Rolf Staffensky ist sehr überrascht über die schnelle Genesung. "Das ist schon besonders", sagte der Mediziner vom Hamburger Bundeswehrkrankenhaus stern.de. Es lege den Verdacht nahe, dass die Verletzung vielleicht doch nicht so gravierend sei, wie immer dargestellt. "Trotz des erfreulich positiven Verlaufs habe ich aber meine Zweifel, dass sie das hochanspruchsvolle Amt einer Kongressabgeordneten je wieder voll ausfüllen kann."


Der Ehemann ist hoffnungsvoll
Nachdem die Ärzte Knochensplitter aus Giffords Augenhöhle entfernt hatten, wurde das Atemgerät entfernt, das soll das Risiko von Entzündungen senken. Seitdem wird die 40-Jährige auch wieder bewegt: Um ihre Muskeln zu trainieren, ließ man ihre Beine von der Bettkante baumeln, auch kurzes Sitzen sei ihr möglich, heißt es. Giffords Mann sagte im englischen "Guardian", dass er angesichts ihrer Fortschritte hoffnunsgfroh sei. Er und seine Familie versuchen nun, Gabrielle Giffords zur Reha ans TIRR-Krankenhaus in Houston zu verlegen, wo der Astronaut lebt und arbeitet.

Während die Politikerin sich von dem Anschlag erholt, ist der Täter wegen versuchten Mordes in drei Fällen angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass die Geschworenen dem 22-jährigen Jared Lee Loughner zur Last legen, er habe Giffords und zwei ihrer Mitarbeiter töten wollen. Dies aber soll erst der Beginn der Anklage sein, denn noch seien die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Dazu wird nun das Überwachungsvideo ausgewertet, auf dem der Anschlag zu sehen ist.

Quelle: stern.de

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